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Kläranlage für Yachten

boot 2020: Abwasser selbst reinigen

Die Firma Enteron hat diese Minikläranlage für Boote und Yachten entwickelt: enetron cube entspricht etwa der Größe herkömmlicher Fäkalientanks. (c) boot Düsseldorf/Enteron

Die Firma Enteron hat diese Minikläranlage für Boote und Yachten entwickelt: enetron cube entspricht etwa der Größe herkömmlicher Fäkalientanks.

Düsseldorf (SP) Bei der internationalen Wassersportmesse boot 2020 in Düsseldorf (18. bis 26. Januar 2020) wird eine bordtaugliche Kleinkläranlage für Yachten und Boote präsentiert. Besonders mit Blick auf die Niederlande, wo es der Freizeitschifffahrt bereits seit Längerem verboten ist, Fäkalien ungeklärt abzupumpen, hat Tom Logisch, Chef von Enteron, eine Minikläranlage entwickelt: Sie entspricht in ihrer Größe etwa herkömmlichen Fäkalientanks: Der "enteron cube" wird bei der Wassersportshow in Halle 10 Stand 10E30 ausgestelt.

Tom Logisch hat als Hersteller von Schiffskläranlagen und Wasseraufbereitungsanlagen nach eigenen Angaben schon vor einem Jahr mit der enteron cube eine entsprechende Mikrokläranlage für nicht dauerhaft bewohnte Sportboote entwickelt, welche die Grenzwerte einhält und eine Kombination aus mechanischer und biologischer Abwasserbehandlung mit abschließender UVC-Bestrahlung bietet. Die Anlage kann bis zu 50 Liter Schwarzwasser je Tag behandeln und ist nur etwas größer als ein herkömmllicher Fäkaliensammeltank. Derzeit wird die Zulassung für die Niederlande geplant: Besonders dort will man das geltende EU-Recht in Sachen Umwelt endlich umsetzen. Ende 2019 wurde ein strengeres Kontrollgesetz verabschiedet.

Seit Jahren besteht auf den meisten europäischen Gewässern ein Einleitungsverbot für sogenanntes Schwarzwasser, wie das Toilettenabwasser auch bezeichnet wird. Sportboote verfügen daher über einen Fäkaliensammeltank, der an geeigneten Abpumpstationen regelmäßig entleert werden muss. In Holland wurden vor Jahren bereits mit dem Einleitungsverbot zahlreiche Abpumpstationen geschaffen, ab einer bestimmnten Größe sind Yachthäfen verpflichtet, solche einfachen Absaugstationen (meist kombiniert mit einer Bilgenwasserpumpe) vorzuhalten. Doch in der Realität weden sie selten benutzt. Den Rest kann man sich denken. Auch die Skipper der "Braunen Flotte" öffnen lieber draußen auf IJsselmeer oder Nordsee ihre Fäkalientanks: Das Absaugen würde zu lange dauern, hört man auf Nachfrage.

Mini-Kläranlage spart Stop an der Absaugstation

Bootstankstelle in Workum, Dieselstation mit Fäkalienabsaugung.

Bootstankstelle in Holland: Dieselstation mit Absaugstation für Fäkalien und Bilgenwasser.

Abwassertanks sollen versiegelt werden

Vor allem für Eigner kleinerer Boote kommen Mini-Kläranlagen nicht in Frage. Ihnen bleibt nur das Chemie-Klo.

In immer mehr Ländern treten nach Angaben von Entereon nun Regelungen in Kraft, die diese unkontrollierte Gewässerverschmutzung begrenzen und letztlich verhindern sollen. Während in den USA und der Türkei die Einleitung schon seit Jahren verboten ist und Verstöße hohe Geldstrafen nach sich ziehen können, war in Europa bisher kein Land an der Durchsetzung der Regelungen interessiert, so Tom Logisch. Vor drei Jahren habe Schweden jedoch zum Schutz der Küstengewässer eine einheitliche Landesregelung mit verteilten Abpumpstationen durchgesetzt; nun folgten die Niederlande mit einem Gesetz, welches vor allem durch die schnelle Umsetzung der Richtlinien überrascht. So ist es seit 1. Oktober 2019 verboten, Abwasser aus WCs über Bord zu leiten; Ausnahmen sind lediglich für Traditionsschiffe vorgesehen. Alle Sportboote müssen entsprechend umgerüstet werden, die Borddurchlässe sollen versiegelt oder dauerhaft geschlossen werden. Durch eine Gesetzesänderung seien Boote nun von den Behörden einfacher kontrollierbar; bisher hätten sie den Status einer Wohnung mit entsprechendem Schutz der Privatsphäre, so Enteron.

Das ist natürlich reine Theorie: Denn es fehlt schlicht das Personal, um wirksam zu kontrollieren. Und wie sollen beispielsweise Yachten aus dem Ausland behandelt werden, die oft nur auf der Durchreise sind? Diese Fragen werden die Niederländer noch sehr beschäftigen.

Alternativ zur Tankversiegelung von Fäkalientanks wurde beim Veröffentlichungstermin des niederländischen Gesetzes am 17.12.2019 ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Kläranlage an Bord hingewiesen. Zugleich wurden die neuen Grenzwerte genannt. Diese liegen laut Entereon wesentlich über denen von IMO/Marpol beschlossenen Grenzen für die Bakterieneinleitung: "Insofern sind Anlagen mit dieser Zulassung direkt nutzbar. Allerdings sind diese für Sportboote oft zu groß und zu teuer; auch haben die Niederlande noch keine zertifizierte Zulassungsstelle benannt."


Info: www.tomlogisch.com/enteron .

Infos zur boot 2020 Düsseldorf unter www.boot.de .



(c) by yachtfernsehen.com / Q-Visions Media Andrea Quass