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Rückholaktion aus dem Segler-Paradies

Wallilalu Bay, St. Vincent, Karibik. Hier wurde der "Fluch der Karibik" mit Johnny Depp gedreht - unter anderem die Eröffnungsszene. - by Yachtfernsehen.com

Die Corona-Pandemie hat die Pläne vieler Karibik-Segler durchkreuzt.

Verein TO hilft bei der Atlantiküberquerung

Karibik pur: Baradal, eine unbewohnte Insel in den Tobago Cays, St. Vincent and the Grenadines - by Yachtfernsehen.com

Karibik pur: Baradal, eine unbewohnte Insel in den Tobago Cays, St. Vincent and the Grenadines.

Cuxhaven (SP) Der Blauwassersegler-Verein Trans Ocean (TO) unterstützt Karibik-Segler auf ihrem Rückweg nach Europa. Die Zeit drängt: In wenigen Wochen beginnt die Hurrikan-Saison, praktisch alle südlich gelegenen "Hurrikan-Holes" sind Corona-bedingt dicht. TO will nun mit dem „Trans-Ocean Rolling Home Team 2020" die Segler auf ihrem Weg ins Heimatrevier unterstützen. Peter Wiedekamm, Vorsitzender von Trans-Ocean: „Selbstverständlich werden sie allein segeln müssen, doch werden wir versuchen für freie Häfen auf dem Rückweg zu sorgen und die Segler fortwährend mit Informationen und aktuellen Daten unterstützen." Denn fast täglich ändern sich die Bedingungen in den Häfen, das Anlegen ist praktisch nirgendwo mehr erlaubt, auf den Azoren gibt es aber beispielsweise Treibstoff und Proviant am Ankerplatz. Doch auf hoher See sind aktuelle Infos rar.

So werden die Yachten, die sich für das Rolling-Home Team 2020 anmelden, während ihrer Reise beispielsweise durch den Partner Intermar, dem Amateur-Seefunk-Verein, mit aktuellen auf den jeweiligen Kurs abgestimmten Wetterdaten versorgt. Portmanager kümmern sich um eine Auswahl von Zielhäfen entlang der Route über den Atlantik, wie beispielsweise Horta und Ponta Delgada auf den Azoren, Brest in der Bretagne, Falmouth an der englischen Südwestküste und Den Helder an der niederländischen Küste.
Die Pandemie und die Einreisebestimmungen mit faktischen Grenzschließungen stellen die Segler vor ein Problem, mit dem sie zu Beginn ihrer Reise nicht rechnen konnten. Die klassische Rückreiseroute führte bisher irgendwo aus der Karibik zunächst nach Bermuda (ca. 1.000 Seemeilen), von dort auf die Azoren (1.900 Seemeilen), zum europäischen Festland (1.200 Seemeilen) und schließlich durch den englischen Kanal und die Nordsee nach Cuxhaven (500 Seemeilen). Wenn alles optimal läuft, sind das in Summe 32 Seetage. Doch durch die Pandemie sind die sicher geglaubten Ruhepausen in den Transithäfen mit einem Male ungewiss geworden. „Kann ich einen Transithafen anlaufen?" „Wo kann ich Diesel oder Lebensmittel bunkern, wo mich nach all den Entbehrungen auf See ausruhen und Kraft tanken für den nächsten langen Schlag?" - Diese Fragen will das TO-Team beantworten.

Insgesamt sind 30 ehrenamtliche Helfer und Unterstützer aus den drei Vereinen Cruising Club Schweiz (CSS), Intermar e.V. und Trans-Ocean e.V. bei dieser Aktion mit an Bord, um die segelnden Rückkehrer unter diesen außergewöhnlichen Umständen zu betreuen und sich für sie von der Landseite aus um die freie Einfahrt in die wichtigen Häfen zu kümmern. Wobei Peter Wiedekamm genauso wie der Projektmanager Johannes Frost immer wieder betonen, dass es sich bei dieser Hilfestellung ausdrücklich nicht um eine Rückholaktion handelt, sondern um eine Unterstützung und virtuelle Begleitung, bei der Trans-Ocean sein weltweites Netzwerk zu Verfügung stellt und zum Einsatz bringt.

Trans-Ocean hat inzwischen auf seiner Homepage eine ganze Reihe von Corona-Informationen für Segler veröffentlicht. In den kommenden Tagen werden unter www.trans-ocean.org/rollinghome aktuelle Nachrichten sowie die Positionen und Routen der teilnehmenden Yachten auf einer interaktiven Karte zu sehen sein.

Bisjetzt (4. Mai 2020) haben sich 30 Yachten für die Rolling-Home-Kampagne angemeldet, wobei jede Yacht ihr eigenes Abfahrtsdatum und den eigenen Kurs bestimmt. Fallmanager, jeweils direkt einzelnen Yachten zugeordnet, stehen von Deutschland und der Schweiz aus den Seglern mit Rat und Tat zur Seite, dank Kurzwelle und E-Mails sei dies auch auf dem Atlantik möglich.
Ganz wichtig – das Trans-Ocean Rolling Home Team 2020 ist nach eigenen Angaben für alle Segler offen, die jetzt mit nach Europa zurücksegeln möchten. Eine Vereinsmitgliedschaft sei nicht notwendig.

Doch wird Trans-Ocean auch weiterhin all jene Segler, die weltweit unterwegs sind, nicht aus den Augen verlieren. Eine ständig aktualisierte weltweite „Länderliste„ informiert auf der Homepage, welche Länder und Inseln noch angelaufen werden können oder welche geschlossen sind – www.trans-ocean.org/corona. Eine Ampelfunktion zeigt auf den ersten Blick die Lage, weitere Hinweise folgen in der Detailansicht.

Info: Trans-Ocean ist ein Verein der Blauwasser- und Langfahrtsegler, der sich die Förderung des Hochseesegelns zum Ziel gesetzt hat. Zurzeit beläuft sich die Mitgliederzahl auf rund 4300 Trans-Ocean ist mit etwa 175 Stützpunkten, als Anlaufstellen für seine Segler, weltweit vertreten.



(c) by yachtfernsehen.com / Q-Visions Media Andrea Quass